Über das lange Wochenende haben wir eine ausgedehnte 1000 Kilometer Testtour mit den Motorrädern unternommen. Ziel war es, nicht nur die Motorräder selbst, sondern auch die komplette Ausrüstung unter realen Bedingungen zu testen.
Im Mittelpunkt standen dabei die Koffersysteme, die Navigation, unsere Motorradbekleidung sowie die allgemeine Alltagstauglichkeit auf längeren Strecken. Auch die Frage, wie gut unsere Ausrüstung mit schlechtem Wetter und langen Tagen im Sattel klarkommt, sollte endlich einmal realistisch getestet werden.
Für drei Nächte waren wir in einem Appartement in Wadern untergebracht. Von dort aus haben wir verschiedene Tagestouren unternommen — unter anderem nach Vianden in Luxemburg, entlang der Mosel und nach Gerolstein in der Eifel. Gerade die Strecken rund um die Mosel waren landschaftlich wieder absolut beeindruckend und perfekt zum entspannten Motorradfahren.
Zum Glück – oder leider – hatten wir deutlich weniger Regen als erwartet. Für die Tour selbst war das natürlich perfekt, allerdings konnten wir dadurch die vollständige Wasserdichtigkeit unserer Motorradbekleidung noch nicht wirklich testen. Aber früher oder später wird das Wetter uns diese Aufgabe sicherlich noch abnehmen.
Technisch hat ansonsten fast alles problemlos funktioniert. Die Navigation, die Elektronik und die gesamte Ausrüstung liefen erfreulich stabil. Genau dafür war die Tour schließlich gedacht: mögliche Probleme noch vor der großen Reise zu erkennen.
Ganz ohne kleine Pannen lief es natürlich trotzdem nicht. Unterwegs hat sich vorne rechts eine Blinkerschraube verabschiedet. Zum Glück ließ sich das Problem mit einem Stück Isolierband überraschend effektiv beheben — typische Improvisation auf Motorradtouren eben.
Ein Thema begleitet mich allerdings weiterhin: der Anlasser der Moto Guzzi California.
Der macht bereits seit dem Kauf Probleme. Teilweise dreht der Anlasser nur bei einer bestimmten Stellung des Motors sauber durch. In allen anderen Fällen gibt es oft nur ein deutliches „KLACK“ — und sonst passiert nichts.
Inzwischen wurde bereits einiges ausprobiert. Der Anlasser wurde ersetzt, ebenso das Starterrelais. Zusätzlich wurde eine massive Masseleitung von der Batterie direkt zum Getriebe gelegt. Leider hat auch das das Problem bisher nicht vollständig gelöst.
Rückblickend war die Entscheidung für einen günstigen Aviamo-Anlasser vermutlich keine besonders gute Idee. Deshalb habe ich jetzt einen deutlich hochwertigeren Valeo-Anlasser bestellt und hoffe, das Problem damit endgültig in den Griff zu bekommen — bevor die große Abfahrt ansteht.
Trotz dieser kleinen technischen Baustellen waren es herrliche Tage auf dem Motorrad. Viel gefahren, viel getestet, viele Eindrücke gesammelt — und jetzt sind wir wieder zu Hause.
Genau für solche Touren macht man die ganze Vorbereitung am Ende ja überhaupt erst.








