Albtraum am Wasserfall!

Heute starteten wir um 8:00 Uhr bei Regen. Diesmal meinte es das Wetter ernst, denn bis etwa 12:30 Uhr, als wir den Slettafossen Wasserfall erreichten, regnete es nahezu ununterbrochen.

Den Wasserfall schauten wir uns aus allen Perspektiven an, drehten noch eine Runde durch den Souvenirladen und gingen anschließend zurück zu den Motorrädern.

Dort wartete allerdings eine unangenehme Überraschung auf mich.

Ein kurzer Blick auf meine Moto Guzzi und der erste Gedanke war nur: „Fuckomio… vorne platt.“

Wir versuchten zunächst, den Reifen aufzupumpen. Die Luft verschwand allerdings genauso schnell wieder, wie sie hineinkam. Also blieb nur eins: schrauben.

Wir schoben die Guzzi auf einen geeigneten Parkplatz, bauten das Vorderrad aus, legten ein paar Steine unter die Gabel und machten uns an die Arbeit.

Bei der Moto Guzzi California bedeutet ein platter Reifen noch echte Handarbeit. Durch die serienmäßigen Schläuche lässt sich das Loch nicht einfach mit einem Reifenstopfen reparieren. Also hieß es: Vorderrad raus, Reifen von der Felge und den Schlauch wechseln. Das komplette Material war natürlich an Bord: Ersatzschlauch, Flickzeug, Montiereisen, Felgenschoner und das passende Werkzeug für den Rad- und Bremsenausbau.

Mit Matthias’ Erfahrung aus einigen Rennrad-Plattfüßen, meiner Schraubererfahrung und etwas Improvisation stand die Guzzi nach rund eineinhalb Stunden wieder auf beiden Rädern – obwohl wir unterwegs an einem Motorrad noch nie einen Schlauch gewechselt hatten.

Kaum waren wir wieder unterwegs, zeigte sich tatsächlich noch die Sonne. Fast so, als wollte Norwegen sich für den verregneten Vormittag entschuldigen.

Für die Nacht fanden wir eine wunderschöne Hütte auf dem Vollheim Camping mit herrlicher Aussicht. Heute haben wir uns weiter ins Landesinnere und Richtung Süden vorgearbeitet. Keiner von uns war bisher in dieser Gegend und wir waren beide sofort begeistert. Eine wunderschöne Landschaft mit wenig Verkehr, großartigen Straßen und einer Ruhe, die man nur selten findet.

Durch eine verpasste Fähre, die uns gleich morgens vor der Nase weggefahren ist, und die ungeplante Reifenpanne kamen heute allerdings nur 265 Kilometer zusammen.

Morgen geht es weiter Richtung Süden – hoffentlich ohne weitere Überraschungen.