Heute Morgen ging es wie gewohnt gegen 8 Uhr weiter. Mit angenehmen 16 Grad war es fast schon frisch, und selbst am Nachmittag wurden kaum mehr als 20 Grad erreicht. Für Motorradfahrer nahezu perfekte Bedingungen.
Auf dem Weg Richtung Stockholm standen heute mehrere Fähren auf dem Programm. Eine Besonderheit in Schweden: Wenn eine Region nur per Fähre erreichbar ist und keine Straßenverbindung existiert, ist die Überfahrt kostenlos. Man fährt einfach drauf und setzt die Reise fort.
Obwohl wir Stockholm weiträumig umfahren haben, wurde der Verkehr dort spürbar dichter. Nach den nahezu menschenleeren Straßen der vergangenen Tage war das fast schon ungewohnt. Teilweise ging es etwas zäh voran, bevor wir wieder die ruhigen Straßen des schwedischen Hinterlands erreichten.
Und genau dort begann wieder der Teil, den wir so genießen: endlose Wälder, unzählige Seen und herrliche Straßen. Mal schnell, mal kurvig, ständig leicht auf und ab. Die Straßen wirken oft, als hätte man sie einfach mitten durch die Natur gelegt, ohne sich groß um Geraden zu kümmern.
Am Ende standen 365 Kilometer auf dem Tageszähler und knapp acht Stunden im Sattel.
Natürlich gab es auch heute wieder ein paar technische Gesprächsthemen. Matthias’ Moto Guzzi zeigt bei bestimmten Geschwindigkeiten weiterhin ein leichtes Wippen am Vorderrad. Wir haben bereits mit Reifendruck und Fahrwerkseinstellungen experimentiert, bisher jedoch ohne spürbare Veränderung. Die Einschätzung eines erfahrenen Motocross-Spezialisten war allerdings beruhigend: Solange technisch alles fest und in Ordnung ist, können solche Effekte bei bestimmten Reifen-, Beladungs- und Fahrwerkskombinationen durchaus auftreten.
Auch meine Moto Guzzi wollte kurz Aufmerksamkeit. Auf einem Parkplatz verteilte sie plötzlich einen guten Schluck Benzin auf dem Asphalt. Ursache war ein hängender Schwimmer im rechten Vergaser. Ein leichter Klopfer später war das Problem bereits wieder verschwunden.
Für die Nacht sind wir in einer kleinen Hütte auf einem Campingplatz in Norrtälje, nördlich von Stockholm, untergekommen. Jetzt wird entspannt, etwas gegessen und der kommende Tag geplant.
Morgen folgen wir der Küste weiter Richtung Norden.









