Entlang der Ostseeküste

Heute ging es weiter nach Norden, meist parallel zur Ostseeküste. Am Ende standen erneut knapp 400 Kilometer auf dem Tageszähler.

Gleich am Morgen hielten wir für die erste Pause an einem alten Friedhof. Dabei fiel uns etwas auf, das man bei uns kaum noch sieht. Viele Gräber stammen aus den 1850er Jahren und werden offenbar bis heute erhalten. Während bei uns Grabstellen nach einigen Jahrzehnten oft neu vergeben werden, scheint man hier deutlich langfristiger zu denken.

Direkt daneben stand ein freistehender Glockenturm. Auch das sieht man in Schweden häufiger. Die Glocken hängen oft in einem separaten Turm und nicht direkt an einer Kirche.

Unterwegs entdeckten wir außerdem ein großes Wasserkraftwerk mit einem Staudamm. Das tosende Wasser und das tiefe Rauschen waren schon beeindruckend. Man merkt schnell, wie wichtig die Wasserkraft hier im Norden ist.

Je weiter wir nach Norden kommen, desto mehr Seen prägen die Landschaft. Heute haben wir unsere Mittagspause direkt an einem davon verbracht. Solche Plätze findet man hier überall. Oft steht man völlig allein am Wasser und hört nichts außer Wind, Vögel und gelegentlich ein Motorrad, das wieder gestartet wird.

Die Straßen bleiben weiterhin traumhaft. Wenig Verkehr, viel Natur und immer wieder kleine Nebenstraßen, die sich durch Wälder und entlang der Seen schlängeln. Allerdings gab es heute auch einige Kilometer schnurgerade Straße. Das gehört hier einfach dazu. Nicht jede Etappe besteht nur aus Kurven, dafür kommt man zügig voran und kann die Weite der Landschaft genießen.

Für die Nacht haben wir uns eine kleine Hütte auf dem Sörfjärdens Camping gemietet. Das Besondere: Von der Hütte sind es nur wenige Schritte bis ans Meer. Dort werden wir nachher noch einen Spaziergang machen und den Abend ausklingen lassen.

Morgen verlassen wir die Küste wieder und fahren zurück ins Landesinnere. Das nächste große Ziel heißt Östersund.