Mit beißendem Regen, schneidendem Wind, tosenden Flüssen und einer rauen, fast ungezähmten Landschaft hat uns Odin heute die Tore geöffnet.
Vor vielen Jahrhunderten verehrten die Wikinger ihre alten Götter – allen voran Odin. Mit der Christianisierung Skandinaviens verschwand dieser Glaube nach und nach, vielerorts nicht freiwillig. Doch zwischen Bergen, Wasserfällen und tiefen Tälern hat man manchmal das Gefühl, als würden die alten Geschichten hier noch immer weiterleben.
Wir kommen in friedlicher Mission – auf unseren eisernen Rössern. Wir wollen nichts erobern und niemandem etwas nehmen. Wir möchten lediglich dieses gewaltige Land erleben. Möge Odin deshalb seine schützende Hand über unsere Reise halten.
Bevor wir die Grenze nach Norwegen überquerten, besuchten wir noch den größten Wasserfall Schwedens. Beeindruckend – doch kaum waren wir in Norwegen, rückte seine Schönheit schnell in den Hintergrund. Die Landschaft wirkt hier noch wilder, rauer und einfach gewaltiger.
Ein besonderes Erlebnis war eine Elchkuh mit zwei Kälbern. Dass Elche auch Zwillinge bekommen können, wussten wir bisher nicht. Leider verschwand die kleine Familie schneller im Wald, als wir die Kamera zücken konnten.
Das Wetter zeigte heute ebenfalls, dass wir endgültig im Norden angekommen sind. Bei 7 bis 14 Grad war von Sommer kaum etwas zu spüren. Dafür dauert die Nacht hier nur etwa drei Stunden – von Mitternacht bis drei Uhr morgens.
Übernachtet wird heute auf einem sehr einfachen Campingplatz in Kvanne. Die Hütte haben wir online gebucht, anschließend gab es per E-Mail einen Code für die Schlüsselbox. Außer uns scheint heute niemand hier zu sein. Hinter der Hütte rauscht ein Fluss – mehr braucht es eigentlich nicht.
Den nördlichsten Punkt unserer Reise haben wir inzwischen erreicht. Ab morgen geht es langsam wieder Richtung Süden. Heute fuhren wir 412 km.




Norway:








