Heute haben wir das Landesinnere verlassen und sind in Richtung Südwesten nach Lysebotn gefahren. Die Strecke hatte alles, was man sich als Motorradfahrer wünschen kann: Hochebenen, unzählige Spitzkehren, endlose Kurven und einen Asphalt, wie man ihn sich besser kaum vorstellen kann.
Dazu kamen heute die mit Abstand schönsten Landschaften unserer gesamten Reise. Hinter fast jeder Kurve wartete der nächste Ausblick, der noch beeindruckender war als der vorherige. Eigentlich hätte man am liebsten alle fünf Minuten angehalten, um Fotos zu machen. Genau solche Straßen und Landschaften sind der Grund, warum wir diese Tour geplant haben.
Gegen 14:00 Uhr erreichten wir die Fähre. Natürlich wollten wir direkt die Überfahrt um 15:55 Uhr buchen – doch die war bereits komplett ausgebucht. Die nächste Fähre sollte erst um 18:00 Uhr fahren.
Ein sympathischer Norweger auf seinem Quad gab uns jedoch einen entscheidenden Tipp: Stellt euch ganz vorne an die Auffahrt und fragt direkt die Chefin der Fähre, wenn sie von Bord kommt.
Gesagt, getan.
Mittlerweile hatte sich eine riesige Schlange vor der Fähre gebildet, während wir mit unseren Motorrädern seitlich ganz vorne warteten. Als die Fähre anlegte, sprach Matthias die Chefin freundlich an:
„Wir haben leider keine Tickets. Besteht vielleicht trotzdem noch eine Chance?“
Ihre Antwort kam ohne zu zögern:
„Ja.“
Matthias fragte noch vorsichtig: „Dann fahren wir ganz zum Schluss drauf?“
Sie lächelte und sagte:
„Nein. Ihr fahrt als Erste.“
Wir konnten es kaum glauben. Ohne Tickets standen wir plötzlich ganz vorne und rollten als erste Motorräder auf die Fähre. Manchmal muss man einfach freundlich fragen.
Nach der Überfahrt nach Songesand ging es nur noch ein kurzes Stück bis zum Wathne Camping, wo wir für zwei Nächte eine größere Hütte gemietet haben. Nach den kleinen Hütten der vergangenen Tage fühlt sich das fast schon wie Luxus an.
Der Grund für den Zwischenstopp ist einfach: Morgen wartet das letzte große Highlight unserer Reise auf uns. Gleich früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Preikestolen.
Und das Beste zum Schluss: Heute gab es tatsächlich keine Panne. Keine gerissenen Züge, keine platten Reifen und keine ungeplanten Schrauberaktionen. So darf es jetzt gerne bis nach Hause bleiben.
Heute war der schönste Fahrtag unserer gesamten Reise. Es wurden am Ende 319 km.




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Lysefjord:







