GAME OVER?

Heute ging es weiter durch das Landesinnere Norwegens Richtung Süden. Inzwischen sind wir bereits auf der Höhe von Oslo angekommen, und das merkt man auch am Wetter. Heute hatten wir bis zu 28 Grad und strahlenden Sonnenschein – nach den vergangenen Tagen eine willkommene Abwechslung.

Die Strecke führte uns über mehrere Hochebenen bis auf 1.394 Meter. Und tatsächlich: Selbst mitten im Sommer liegt hier oben noch Schnee. Ein beeindruckender Anblick, wenn man kurz zuvor noch bei fast 30 Grad unterwegs war.

Auch die Straßen hatten heute alles zu bieten, was das Motorradfahrerherz höherschlagen lässt. Kurven ohne Ende, kaum Verkehr und perfekter Asphalt. Genau so stellt man sich Motorradfahren in Norwegen vor.

Alles lief perfekt – bis etwa 14:00 Uhr.

Beim Schalten zog ich die Kupplung, doch plötzlich war da kein Widerstand mehr. Das Kupplungsseil war gerissen. Irgendwie bekam ich noch den Leerlauf hinein und ließ die Guzzi an den Straßenrand rollen.

Game Over?

Natürlich nicht. Ein Ersatz-Kupplungszug gehört schließlich ins Reisegepäck. Also Werkzeug raus, den neuen Zug eingebaut und nach gerade einmal zehn Minuten konnten wir schon wieder weiterfahren. Langsam zeigt sich, dass sich die Ersatzteile und das Werkzeug an Bord wirklich auszahlen.

Am Ende des Tages standen trotzdem stolze 390 Kilometer auf dem Tacho.

Für die Nacht haben wir eine Hütte im Rjukan Caravanpark bezogen. Vorher mussten wir natürlich noch einkaufen. Dabei haben wir einen 24-Stunden-SPAR entdeckt, der komplett ohne Personal funktioniert. Am Eingang zieht man einfach die Kreditkarte durch, die Tür öffnet sich automatisch, anschließend scannt man seine Einkäufe selbst und bezahlt direkt an der Selbstbedienungskasse. Ein interessantes Konzept, das hier offenbar ganz selbstverständlich funktioniert.

Morgen geht es weiter Richtung Süden. Wir sind gespannt!